Grundpreisangaben

Preisangaben und Grundpreisangaben sind ein häufiges Thema bei wettbewerbsrechtlichen Streitigkeiten im Onlinehandel. Unser Ratgeber Grundpreisangaben hilft Ihnen, Fehler bei der Angabe von Grundpreisen zu vermeiden.

Wann sind Grundpreisangaben erforderlich?

Onlinehändler, die Letztverbrauchern gewerbs- oder geschäftsmäßig oder regelmäßig in sonstiger Weise Waren in Fertigpackungen, offenen Packungen oder als Verkaufseinheiten ohne Umhüllung nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche anbieten, haben nach der Preisangabenverordnung neben dem Endpreis auch den Preis je Mengeneinheit einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile (Grundpreis) in unmittelbarer Nähe des Endpreises anzugeben. Dies gilt auch für denjenigen, der als Anbieter dieser Waren gegenüber Letztverbrauchern unter Angabe von Preisen wirbt.

worauf müssen Sie bei den Grundpreisangaben achten?

Im Folgenden geben wir Ihnen einen ersten Überblick, worauf Sie bei den Grundpreisangaben grundsätzlich achten müssen.

  • Die Mengeneinheit für den Grundpreis ist jeweils 1 Kilogramm, 1 Liter, 1 Kubikmeter, 1 Meter oder 1 Quadratmeter der Ware.
  • Bei Waren, deren Nenngewicht oder Nennvolumen üblicherweise 250 Gramm oder Milliliter nicht übersteigt, dürfen als Mengeneinheit für den Grundpreis 100 Gramm oder Milliliter verwendet werden.
  • Bei nach Gewicht oder nach Volumen angebotener loser Ware ist als Mengeneinheit für den Grundpreis entsprechend der allgemeinen Verkehrsauffassung entweder 1 Kilogramm oder 100 Gramm oder 1 Liter oder 100 Milliliter zu verwenden.
  • Bei Waren, die üblicherweise in Mengen von 100 Liter und mehr, 50 Kilogramm und mehr oder 100 Meter und mehr abgegeben werden, ist für den Grundpreis die Mengeneinheit zu verwenden, die der allgemeinen Verkehrsauffassung entspricht.
  • Bei Waren, bei denen das Abtropfgewicht anzugeben ist, ist der Grundpreis auf das angegebene Abtropfgewicht zu beziehen.

Was sich auf dem ersten Blick erst einmal kompliziert anhört, ist dem Grunde nach recht einfach und sollte eigentlich auch schon durch Besuche beim Supermarkt oder der Fleisch- und Käsetheke Ihres Einkaufsmarktes bekannt sein. Dort sind nämlich gewöhnlich auch bei den Preisetiketten des Regals oder der Auslagen die Grundpreise mit abgedruckt. Der Verbraucher soll dadurch transparente Preisvergleichsmöglichkeiten erhalten, um bei unterschiedlichen Produkten oder leicht erkennen zu können, bei welcher er den günstigsten und bei welcher er den teuersten Preis zahlen muss. Auch wird durch den Grundpreis ein Preisvergleich mit einem Konkurrenzprodukt einfacher.

Es gibt aber auch Ausnahmen von der Verpflichtung, den Grundpreis anzugeben. Dies ist z.B. der Fall, wenn

  • Auf die Angabe des Grundpreises kann verzichtet werden, wenn dieser mit dem Endpreis identisch ist.
  • Warenangebote über Auktionen versteigert werden z.B. bei eBay, (also keine Sofortkaufmöglichkeit vorliegt).
  • die Ware über ein Nenngewicht oder Nennvolumen von weniger als 10 Gramm oder Milliliter verfügt
  • das Warenangebot verschiedenartige Erzeugnisse enthält, die nicht miteinander vermischt oder vermengt sind (sog. Bundles)
  • Warenangebote von kosmetischen Mitteln, die ausschließlich der Färbung oder Verschönerung der Haut, des Haares oder der Nägel dienen;

Daneben gibt es aber auch noch zahlreiche weiteren Ausnahmen. Bei der genauen Beurteilung der Ausnahmesituationen wird es allerdings oft schwierig, weshalb ein Spezialist zu Rate gezogen werden sollte, der den konkreten Einzelfall überprüft. Meine Fachanwaltskanzlei für gewerblichen Rechtsschutz befasst sich seit vielen Jahren mit der Beratung und rechtlichen Absicherung von Onlineshops und Handelplattformen und kann Ihnen in jedem Fall genau sagen, worauf es ankommt und wie es gemacht werden muss, damit Sie nicht ins Visier Ihrer Konkurenz geraten die Sie wegen Fehler bei den Preisangaben abmahnt.